EnEV 2014 – die Energieeinsparverordnung: Für einen höheren energetischen Standard beim Neubau

erstellt von HausBau+ Redaktion in Haustrends am 11. Mai 2017

Alle Bauherren, die einen Neubau planen, sollten wissen: Seit dem 1. Januar 2016 gilt für sie die neue Energieeinsparverordnung, die 2014 von der Bundesregierung beschlossen wurde.

Durch diese Energieeinsparverordnung soll der energetische Standard von Gebäuden steigen, wodurch nachhaltig und effektiv Energie gespart werden kann. Durch diese Änderung soll der Energiebedarf der Gebäude um 25 Prozent sinken, wobei sich der Primärenergiefaktor für Strom von 2,8 auf 1,8 reduziert. Zusätzlich soll der maximal erlaubte Wärmeverlust durch die Hülle des Gebäudes um 20 Prozent sinken.

Die Bezeichnung „EnEV 2014“ mag anfangs irreführend erscheinen. Diese Jahreszahl kennzeichnet das Jahr des Beschlusses – die Gültigkeit und Umsetzung trat erst zum 01.01.2016 in Kraft.

Das bedeutet: Falls der Bauherr seinen Bauantrag noch 2015 eingereicht hat, gilt die alte Energieeinsparverordnung EnEV 2009.

Welche Baumaßnahmen sind von der Energieeinsparverordnung betroffen?

Die Energieeinsparverordnung beinhaltet einige freiwillige Elemente, beispielsweise kann der Bauherr verlangen, dass die Baubehörde sein Bauvorhaben nach dem erhöhten Standard beurteilt, wenn das Genehmigungsverfahren für Bauanzeige oder Bauantrag noch nicht abgeschlossen ist. In diesem Fall plant der verantwortliche Architekt das Gebäude nach dem höheren Standard und bringt die entsprechenden Nachweise - wie einen Energieausweis - bei.

Es empfiehlt sich jedoch, zur Bauabnahme einen spezialisierten Sachverständigen zu bestellen. Dessen Aufgabe besteht darin, zu überprüfen, ob der Bau tatsächlich so ausgeführt wurde, wie der Planer den Bau berechnet hatte. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Details zu den Wärmebrücken gelegt.

So ändert sich der Primärenergiebedarf

Bei Gebäuden, die nicht zu Wohnzwecken genutzt werden, müssen die Besitzer darauf achten, den sogenannten Primärenergiebedarf nicht zu überschreiten. Dieser setzt sich aus dem Energiebedarf für Heizung, Lüftung, Kühlung, Warmwasseraufbereitung und Beleuchtung zusammen. Den jeweiligen Primärenergiebedarf errechnet ein Experte aus Vergleichswerten von sogenannten Referenzgebäuden. Auch wie hoch der Primärenergiebedarf maximal sein darf, hat sich mit der neuen Energieeinsparverordnung geändert. So gilt für Neubauten seit Anfang 2016 ein um 25 Prozent niedrigerer Wert als zuvor.

Für die Berechnung geht der Planer in der Praxis so vor: Zunächst berechnet er den Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes und multipliziert dieses Ergebnis dann mit dem Faktor 0,75. Eine Ausnahme von dieser Regelung gilt allerdings für Gebäude, deren Raumhöhe mehr als vier Meter beträgt. In diesem Fall muss kein niedrigerer Jahresprimärenergiebedarf berücksichtigt werden, sofern diese Gebäude mit dezentralen Strahlungs- oder Gebläseheizungen ausgestattet sind.

Das hat sich beim Wärmeschutz geändert

Bei neu errichteten Nichtwohnbauten sind die Anforderungen an den Wärmeschutz der Gebäudehülle um rund 20 Prozent gestiegen. Als Maßstab werden die mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten derjenigen Bauteile herangezogen, die den wärmeübertragenden Teil der Gebäudehülle darstellen. Dazu gehören neben der Außenwand und dem Dach auch Böden, Decken, Fenster, Fenstertüren, Vorhangfassaden, Lichtkuppeln, Glasdächer und Lichtbänder.

Auch in Bezug auf den Wärmeschutz gilt eine Ausnahme für Gebäude, in der die Raumhöhe mehr als vier Meter beträgt und die Heizung dezentral erfolgt. Für derartige Wohnbauten dürfen die Werte der Energieeinsparverordnung aus dem Jahr 2009 beibehalten werden.

Diese Faktoren spielen für die Berechnung des Primärenergiebedarfs eine Rolle

Um den Primärenergiebedarf eines Gebäudes zu berechnen, berücksichtigen die Fachleute auch die Art des verwendeten Energieträgers. Weil sämtliche Schritte der Erzeugung der jeweiligen Energieträger berücksichtigt werden müssen, handelt es sich um eine vergleichsweise komplexe Berechnung, die beispielsweise mit dem Computerprogramm GEMIS durchgeführt wird.