Hausplanung mit Zukunftsblick: Treppenlifte

erstellt von GARAVENTA Lift in Haustrends am 10. Februar 2017

Hochzeit, Kinder und ein eigenes Häuschen – das sind die persönlichen Herzensziele vieler Menschen im Leben. Ist der ideale Partner gefunden und das erste Kind da, ist dies für viele Paare meist der perfekte Zeitpunkt, den Traum vom Eigenheim für die Familie zu verwirklichen. Angestrebt wird oftmals ein kompletter Neubau, auch in Fertigbauweise, da so viel Spielraum vorhanden ist, die eigenen Vorstellungen zu realisieren und in den neuen Lebensabschnitt mit größtmöglicher Individualität zu starten.

Wenn Sie sich gerade genau in dieser Situation befinden und darüber nachdenken, was Sie bei der Hausplanung berücksichtigen sollten, dann denken Sie unbedingt an das Alter oder andere Umstände, die Ihre Mobilität oder die Ihrer Familienmitglieder einschränken könnten. Schließlich möchten Sie als Familie bestenfalls bis an Ihr Lebensende in Ihrem Häuschen bleiben. Das Stichwort hierfür heißt: barrierefreies Bauen. Neben einer großzügigen Grundrissplanung mit breiteren Türen und einem entsprechenden Badezimmer ist die Gestaltung von Treppen und Hauseingängen außergewöhnlich wichtig. Denn Stufen und Treppen können bei einer eingeschränkten Mobilität zu (nahezu) unüberwindbaren Hindernissen werden. Dementsprechend ist es wichtig, dass Treppen und Zugänge zum Haus so gestaltet werden, dass sich Treppenlifte oder Aufzüge (einfach) integrieren lassen.

Treppenlift, Plattformlift, Homelift? Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich?

Wenn Sie sich noch nicht mit Lift-Lösungen beschäftigen mussten, denken Sie beim Begriff „Treppenlift“ sicherlich direkt an den klassischen Sitzlift aus der Werbung, der über die Treppe gleitet. Sitzlifte sind heutzutage eine gern genutzte Variante, wenn das Treppensteigen Probleme bereitet, man sonst aber noch ganz gut laufen kann. Das kommt insbesondere im hohen Alter vor. Voraussetzung für einen nachträglichen Einbau von Treppenliften ist eine gewisse Mindestbreite der Treppe, damit der Lift ohne Einschränkungen nach oben und unten fahren kann. Zudem soll die eigentliche Treppe für die anderen Personen im Haushalt bestmöglich nutzbar bleiben – besonders wichtig ist das im Notfall, beispielsweise wenn es brennt. Deswegen hat jedes Bundesland Bauvorschriften, die bei baulichen Änderungen, wie dem Einbau eines Treppenlifts, zum Schutz eingehalten werden müssen. Achten Sie auch darauf, dass ein Lift an geraden Treppen günstiger realisierbar ist als bei Wendeltreppen, die eine sehr individuelle Anfertigung erfordern.

Sitzlifte sind allerdings keine Hilfe, wenn ein Rollstuhl ins Spiel kommt oder auch zusätzlich größere Lasten (z. B. eine Wasserkiste oder ein Koffer) von einem ins andere Stockwerk transportiert werden sollen. In diesen Fällen werden Lift-Lösungen mit einer Fläche benötigt, die einen Rollstuhl aufnehmen können. Einerseits stehen hier Plattformlifte zur Verfügung, die wie Sitzlifte über Treppen fahren können, aber eben mit einer Plattform anstelle eines Sitzes ausgestattet sind. Des Weiteren gibt es Hublifte, auch Hebelifte genannt, die sich für geringe Höhen von bis zu drei Metern im Innen- und Außenbereich eignen. Diese bewegen sich vertikal nach oben und unten.

Homelifte für freie Mobilität

Da Sie allerdings im besten Fall im kompletten Haus mobil sein wollen, sollten Sie sich mit der Königsklasse der Lift-Lösungen vertraut machen: dem Homelift. Dabei handelt es sich um eine Konstruktion, die quasi einem konventionellen Aufzug entspricht, wie Sie ihn aus vielen Gebäuden Ihrer Stadt kennen. Ein Homelift kann innen oder außen am Haus angebracht werden und hat wesentliche Vorteile gegenüber den anderen Lösungen. So können Sie jedes Stockwerk bequem erreichen und gleichzeitig sind die Treppen frei für die anderen Bewohner und Gäste des Hauses. Zudem können den Aufzug mehrere Personen bzw. ein Rollstuhl und mehrere Personen gleichzeitig nutzen. Auch hohe Lasten oder viele verschiedene Dinge gleichzeitig lassen sich damit einfach und sicher transportieren.

Einen wichtigen Faktor, den Sie bei der Wahl des passenden Lifts nicht vergessen dürfen, ist die Psyche. Wenn im Alter die Mobilität abnimmt oder gar Krankheit oder ein Unfall Sie oder ein Familienmitglied in den Rollstuhl zwingt, ist das psychisch sehr belastend. Wichtig ist dann, dass zumindest im lieb gewonnenen eigenen Zuhause am besten alles so normal wie möglich ist. Da ein Homelift wie ein klassischer Aufzug jedes Stockwerk nach Belieben erreicht, ist hierdurch auch ein Stück Normalität gegeben.

Um einen Homelift im Innen- oder Außenbereich einbauen zu können, sind gewisse Voraussetzungen zu beachten. So ist ein Homelift im Innenbereich vorteilhaft, da keine Aufzugstüren durch die Hauswand notwendig sind, wodurch Kältebrücken und Zugluft entstehen könnten. Bei einem Einbau im Innenbereich müssen ausreichend Platz vorhanden und ein Ausstieg auf jeder Ebene in einer senkrechten Linie möglich sein. Am besten lassen Sie sich zu den verschiedenen Möglichkeiten und den entsprechenden Voraussetzungen bei der Hausplanung von einem Experten beraten, um notwendige Umbauarbeiten so gering und kostengünstig wie möglich halten zu können.

Standort des Hauses ebenfalls wichtig

Neben all den Berücksichtigungen im und am Haus ist auch die Standortwahl für das Eigenheim ein entscheidendes Kriterium, ob barrierefreies Wohnen später ohne Weiteres möglich ist bzw. weitere hohe Kosten für einen Umbau verursacht werden. Da Treppen ein Hauptknackpunkt beim Thema Barrierefreiheit sind, sollten Sie auch daran denken, dass ein Haus in Hanglage möglicherweise ausschließlich über Treppen erreichbar ist – die dann zum entsprechenden Zeitpunkt erschlossen werden müssen. Hier kommen Sie dann nicht um eine zusätzliche, gegebenenfalls auch aufwendige Treppenaufzug-Lösung herum, damit Sie das Haus überhaupt selbstständig erreichen und verlassen können. Auch wenn letztendlich im aktuellen Moment der Standortwahl das Budget, soziale Umfeld, die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Schule und Kindergarten sowie Einkaufsmöglichkeiten und vieles mehr ausschlaggebend sind, sollten Sie dennoch daran denken, welche Umbauten im Zweifelsfall notwendig sein könnten.