Wärmedämmung für die Fassade: die wichtigsten Infos zu den Dämmstoffen

erstellt von ISOVER in Haustrends am 29. Dezember 2016

Eine solide Dämmung der wärmeübertragenden Umfassungsfläche eines Wohnhauses ist essenziell beim Neubau und der Sanierung eines Hauses. Denn jedes Haus unterliegt den Vorschriften der Energieeinsparverordnung (EnEV), welche einen gewissen Standard zur Wärmedämmung vorgibt. Die Anforderungen an die gewählten Dämmstoffe sind unter anderem der Wärmedurchgangskoeffizient der Bauteile, die Luftdichtheit und der Mindestluftwechsel.  

Die Dämmstoffe liegen in der Regel hinter Wänden oder unter Putz und erfüllen eine ganze Reihe wichtiger Aufgaben: Sie sorgen dafür, dass ein angenehmes Raumklima entsteht, indem sie Heizwärme nur bedingt nach außen leiten und von außen eindringende Hitze und Kälte abhalten. Eine gut durchdachte und richtig gewählte Wärmedämmung ermöglicht so eine konstante Raumtemperatur und reguliert den Energieverbrauch – das  entlastet den Geldbeutel und die Umwelt. Außerdem werden Dämmstoffe beim Hausbau oftmals auch als Temperaturschutz von Lüftungs- und Heizungsrohren eingesetzt. Hier reduzieren sie ebenfalls einen Wärmeverlust und vermeiden die Bildung von Feuchtigkeit durch Kondensation.

Wirkungsweise der dämmenden Materialien

Doch wieso wirken die dämmenden Materialien isolierend? Die Stoffe, die für die Dämmung eines Gebäudes eingesetzt werden, weisen vor allem eine Eigenschaft auf: eine niedrige Wärmeleitfähigkeit. Die entsteht, wenn viel Luft in einem festen Material eingeschlossen ist. Neben Luft werden auch verschiedene Gase mit niedriger Wärmeleitfähigkeit für diesen Zweck verwendet. Damit diese Gase nicht aus dem Dämmstoff entweichen können, wird dessen Oberfläche mit einer gasundurchlässigen Beschichtung, zum Beispiel aus Aluminium, versehen.

Die gängigsten Dämmstoffe im Überblick

Zu den Dämmstoffen, die am häufigsten für die Fassadendämmung verwendet werden, zählen Platten aus Faserdämmstoffen und Platten aus kunststoffbasierten Hartschäumen. Zu den Faserdämmstoffen gehören die nachwachsenden Rohstoffe Holz, Flachs, Hanf, Zellulose, Kokos und Kork sowie die Mineralfasern Steinwolle und Glaswolle. Faserdämmstoffe eignen sich sowohl als Isolationsschicht in der Gebäudehülle und für das Dach als auch zum Temperaturschutz von Lüftungskanälen und Heizungsrohren.

Platten aus kunststoffbasiertem Hartschaum werden ebenfalls für die Dämmung der Gebäudehülle und des Daches eingesetzt. Anders als Faserdämmstoffe eignen sich diese allerdings auch zum Abdichten von feuchten Bereichen, beispielsweise für die Dämmung von Kellerwänden.

Unterschiedliche Eigenschaften: Umweltverträglichkeit, Schalldämmung und Co.

Keiner der in Deutschland zugelassenen Dämmstoffe birgt gesundheitliche Risiken für die Hausbewohner. Die Stoffe bringen jedoch trotzdem unterschiedliche Eigenschaften mit. Sie unterscheiden sich unter anderem

  • in ihrer Wärmespeicherkapazität
  • in ihrer Umweltverträglichkeit
  • in der Qualität ihrer Schalldämmung

Tipp: Wünschen Sie eine gute Schalldämmung, sollten Sie einen flexiblen Dämmstoff wählen. Durch die Federwirkung schlucken diese den Schall sehr viel besser als harte Dämmstoffe. Als Faustregel gilt: Alle Materialien, auf denen man ein Klopfgeräusch erzeugen kann, dämmen den Schall weniger gut als weiche oder flexible Materialien.

Dämmung der Hausfassade: Verbundsystem, vorgehängte

Fassade und Kerndämmung

Soll eine Hausfassade von außen gedämmt werden, gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. Dazu zählen das Wärmedämm-Verbundsystem, die vorgehängte, hinterlüftete Fassade und die Kerndämmung. Sie unterscheiden sich in erster Linie in ihrem Erscheinungsbild und der Art des verwendeten Dämmstoffes.

Ein Wärmedämm-Verbundsystem weist drei verschiedene Schichten auf: die tragende Wand, die Dämmschicht und als äußerste Schicht Putz. Der Putz ist direkt auf festen Dämmstoffplatten aufgebracht, die in der Regel aus Steinwolle oder Polystyrol bestehen. Die Dämmplatten werden mithilfe von Dämmstoffdübeln oder speziellem Kleber auf der tragenden Wand befestigt.

Bei einer Dämmung durch eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade wird die Hauswand entweder mit Hartfaserplatten, mit Holzprofilen oder mit Metallprofilen verkleidet. Diese werden auf eine gerüstartige Unterkonstruktion geschraubt und an der tragenden Wand fixiert. Der Hohlraum zwischen Fassade und Unterkonstruktion wird mit einem leichten und flexiblen Dämmstoff wie Steinwolle, Glaswolle oder auch Holzweichfaser ausgekleidet. Ein eingebauter Luftspalt zwischen Wand und Dämmstoff leitet Feuchtigkeit nach außen und verhindert durch die ständige Belüftung die Bildung von Feuchteschäden.

Bei der Kerndämmung sieht man von außen auf eine gemauerte Steinschicht, den sogenannten Klinker. Die Klinkerschicht ist über Mauerwerksanker mit der tragenden Wand verbunden, damit sie nicht umkippt. Zwischen tragender Wand und Klinkerschicht entsteht ein Freiraum. Dieser wird bei der Kerndämmung fast immer mit Glaswolle, seltener mit Steinwolle gefüllt, um einen guten Isolationswert zu erreichen.